Vorwort

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zum Geleit

„Manche Theorien sind so falsch, daß selbst ihr Gegenteil nicht wahr wird.“ unbekannt
„Was die Alten an Wahrheiten übrig hatten, haben Sie später ihren Kindern vorgelogen.“ Dirk Michaelis
„Die Wahrheiten von gestern sind die Irrtümer von heute“. Volksmund
„Nur Lügen bedürfen der Stützung durch staatliche oder religiöse Gewalt, Wahrheiten stehen von alleine aufrecht.“ B Franklin

Unter Physikern geht folgender Spruch um:
Wenn Du willst, daß Gott lacht, dann entwirf eine Theorie.
Wenn Du willst, daß Gott weint, dann studiere Ökonomie.

Vorwort

Die zurzeit gängige Geld- und Werttheorie verstößt gegen grundlegende Prinzipien der Naturwissenschaften (insbesondere der Physik). Die Gleichsetzung von Geldmenge und Geldwert (1 Euro = 1,00 €) verstößt gegen die kategorische Trennung von realen Mengen und deren Eigenschaften. Die Gleichsetzung von Warenmenge und Geldmenge (W = G) verstößt gegen das Prinzip der Ungleichheit realer Mengen. Die Bestimmung des Warenwertes über eine Geldmenge (1 Brot ist 2,50 Euro wert und 2,50 Euro sind 2,50 €) verstößt gleichzeitig gegen beide Prinzipien.
Reale Mengen haben Eigenschaften, Eigenschaften werden durch Größen ausgedrückt. Der Wert einer Waren- oder Geldmenge ist demzufolge eine Größe. Der Wert einer Größe ist dagegen das Vielfache der vergleichbaren Eigenschaft einer anderen realen Menge. Eine Größe ist aber niemals das Gleiche wie die Menge selber. Die Masse eines Apfels ist niemals das Gleiche wie der Apfel selber? Sie ist das Vielfache der Masse einer anderen realen Menge. Bei den physikalischen Größen sind sich so ziemlich alle einig, daß Größe und Menge etwas Verschiedenes sind. Warum wird dieses universelle Prinzip (die kategorische Trennung von Menge und Eigenschaft) nicht beim Wert von Waren und Geld angewendet?
In der heutigen Geldtheorie werden Geld und Wert einfach als ein- und dasselbe aufgefaßt. Geld muß aber eine reale Menge sein, weil man nur reale Mengen gegeneinander tauschen kann (M1 ⇔ M2 oder W ⇔ G). Wenn Geld eine reale Menge ist (was ja auch in dem Begriff Geldmenge zum Ausdruck kommt), kann es nicht gleichzeitig der Wert sein. Geld hat einen Wert, aber es ist nicht der Wert! Bleibt die Frage: Welche Eigenschaft des Geldes steckt hinter der Größe Geldwert? Das gleiche Problem wiederholt sich bei der Bestimmung von Waren-, Immobilien- und Aktienwerten. Auch hier gilt: der Warenwert (als ökonomische Größe) ist etwas anderes als die Warenmenge selber und kann keine Geldmenge sein. Auch hier bleibt die Frage: Welche Eigenschaft der Waren, Immobilien, Aktien, …, Fabriken, Straßen, etc. pp. steckt hinter den Größen Warenwert, Aktienwert, Immobilienwert, etc. pp.?
Außerdem hat jede nationale (oder kontinentale) Volkswirtschaft ihre eigene ökonomische Werteinheit: 1 €, 1 $, 1 £, …, 1 ¥. Diese Vielzahl erinnert an das Durcheinander der früheren Längeneinheiten: 1 Fuß, 1 Elle, 1 Inch, 1 Yard, 1 Meile, …, 1 km. Da erhebt sich doch zwangsläufig die nächste Frage: Gibt es für den Wert des Geldes und den Wert der Waren eine natürliche Grundeinheit?
Die Verstöße der heutigen Geld- und Werttheorie gegen naturwissenschaftlich anerkannte Prinzipien sind so gravierend, daß alle darauf aufbauenden Schlußfolgerungen überprüft werden müssen. Auf den Webseiten der old econ werden die Verstöße der zurzeit geltenden Geld- und Werttheorie näher beleuchtet. Grundkenntnisse in der naturwissenschaftlich konsistenten Ökonomie (siehe kons Ikon) sind für das Verständnis der Kommentierungen sehr hilfreich.

Einleitung

In der „alten Ökonomie“ geistert eine Fülle von Wertbegriffen herum: Arbeitswert, Buchwert, Finanzwert, Gebrauchswert, Geldwert, Kapitalwert, Marktwert, Materialwert, Mehrwert, Nominalwert, Nutzwert, Produktionswert, Reproduktionswert, Stoffwert, Stückwert, Tageswert, Tauschwert, Vermögenswert, Verteilungswert, Warenwert, Wertausdruck, Wertäquivalenz, Wertbildung, Wertform, Wertgröße, Wertmaß, Wertpapier, Wertschätzung, Wertschöpfung, Wertsubstanz, Wertverhältnis, Zahlenwert, Zeitwert und viele andere mehr.

Marx sprach vom „Doppelcharakter“ einer Ware, nämlich von ihrem Gebrauchswert und ihrem Tauschwert. Leider hat er die Bedeutungen dieser Größen nirgendwo sauber definiert. Er hat dann noch den Mehrwert eingeführt, von dem bis heute keiner so recht weiß, was er ausdrücken soll.

Engels konstatiert dann: „Und nun möge der Leser sich von den fünf Sorten Wert, mit denen die bürgerliche Ökonomie aufwartet, selber diejenige aussuchen, die ihm am besten gefällt: den Produktionswert, der von Natur kommt, oder den Verteilungswert, den die Schlechtigkeit der Menschen geschaffen hat und der sich dadurch auszeichnet, daß er nach dem Kraftaufwand gemessen wird, der nicht in ihm steckt; oder drittens den Wert, der durch die Arbeitszeit gemessen wird, oder viertens den, der durch die Reproduktionskosten, oder endlich den, der durch den Arbeitslohn gemessen wird. Die Auswahl ist reichlich, die Konfusion vollkommen, und es bleibt uns nur noch übrig: Die Lehre vom Wert ist der Probierstein für die Gediegenheit ökonomischer Systeme.“ F Engels: Anti-Dühring, S. 182

Machen wir uns ans Werk, um etwas Licht in das Durcheinander der bürgerlichen Geld- Und Werttheorie zu bringen.